Pflanzenliebe // Meine liebsten Zimmerpflanzen

Zimmerpflanzen Gruppe 2

In einem meiner ersten Blogbeiträge habe davon erzählt, dass ich mit meinen Zimmerpflanzen spreche, weil ich der Meinung bin, dass sie sich dann gut fühlen und besser wachsen. Dieser Meinung bin ich immer noch. Es ist sogar so, dass ich selbst glücklicher bin, wenn ich von meinen Pflanzen umgeben bin. Deswegen möchte ich heute meine liebsten grünen Mitbewohner vorstellen. Bei Instagram gibt es eine riesige internationale Community, die sich dem Thema Pflanzenliebe widmet. Zu finden unter den Hashtags #houseplantclub, #plantsofinstagram oder #urbanjunglebloggers. Auch wenn ich mit der Vielfalt, die es auf diesen Accounts zu entdecken gibt, so gar nicht mithalten kann, habe ich mir in den letzten Jahren eine recht ordentliche Zimmerpflanzenfamilie zugelegt. Meine Lieblinge stelle ich euch nun vor.

Monstera deliciosa

Zimmerpflanzen Monstera deliciosa

Schon seit Jahren wollte ich eine Monstera haben, doch irgendwie habe ich es nicht hinbekommen, mir eine zu kaufen. Letzten November war es dann soweit: Zu meinem Geburtstag schenkten meine Freundinnen mir ein wunderschönes Exemplar, welches mich seitdem täglich im Eingang zum Wohnzimmer begrüßt. Gegossen wird sie ca. einmal pro Woche, ab und an erhält sie – wie die meisten meiner grünen Lieblinge – eine Dusche und/oder eine „Entstaubung“ mit einem feuchten Lappen.

Erst wucherten die vielen großen Blätter in alle Richtungen. Damit die Monstera eher in die Höhe als in die Breite wächst, habe ich kürzlich einen Kokosstab als Rankhilfe in die Mitte des Topfes gesteckt, an dem sie sich mit ihren Luftwurzeln festhalten kann. In ihrer tropischen Heimat Mittel- und Südamerika windet sie sich damit übrigens wie eine Liane an Baumstämmen hinauf bis in die Kronen der Urwaldriesen. Mal gucken, wie lange es dauert, bis sie mir über den Kopf wächst.
Übrigens: Ab einem Alter von 10 Jahren kann das „Köstliche Fensterblatt“ – das ist die deutsche Übersetzung ihres botanischen Namens – monsteraströse Blüten ausbilden.

Wie bei allen Aronstabgewächsen bestehen diese aus einem cremeweißen Hüllblatt, das um einen Kolben angeordnet ist. Man braucht nicht viel Fantasie um festzustellen, dass dieses Gebilde aussieht wie eine riesige Pimmelblume (und außenrum wächst das weibliche Pendant)… An dem Kolben entsteht nach 12 Monaten eine essbare Frucht, die man der Website gartenjournal.net zufolge „wie einen Maiskolben frisch verspeisen“ kann. Schmecken soll das Ganze wie eine Mischung aus Ananas und Banane. Wenn meine Monstera es gut mit mir meint, kann ich in einigen Jahren ja vielleicht auch ihren Kolben probieren… 😀

Ctenanthe setosa

Zimmerpflanzen Calathea setosa

Hell-dunkelgrüne Streifen, die aussehen, wie gemalt und dazu eine bordeauxrote Unterseite – das beschreibt die Ctenanthe setosa, eine meiner neuesten Errungenschaften. Sie kommt ursprünglich aus den Regenwäldern Brasiliens und wird den Pfeilwurz- oder Marantengewächsen zugeordnet. Ihr wissenschaftlicher Name Calathea stammt von dem Griechischen Wort „kálathos“ und bedeutet „Korb“, denn die amerikanischen Ureinwohner flochten einst stabile Körbe aus den Blättern der Pflanze.
Calatheen(?) haben eine einzigartige Blattmusterung in verschiedenen Farbtönen. Wer die Streifen von der hier gezeigten auffällig findet, der sollte sich mal die Sorte Maranta leuconeura oder Calathea roseopicta anschauen. Letztere erinnert an exotische Federn, weswegen man sie in den Niederlanden auch als Pfauenpflanze bezeichnet.

Doch das besondere Aussehen ist nicht das einzige, was die Calathea zu so einer beliebten Zimmerpflanze macht: Ihre großflächigen Blätter sorgen für frische Luft und sind obendrein ziemlich intelligent: Wenn es dunkel wird, rollen sie sich zusammen. Als wenn sie zum Schlafen die Rollos runter lassen. Am nächsten Morgen entfalten sie sich wieder. Tun sie das nicht, kann das ein Hinweis auf zu trockene Erde oder zuviel Sonne sein. Schade, dass nicht alle Pflanzen so eine klare Art der Kommunikation haben.

Pilea peperomioides

 

Zimmerpflanzen Pileababy im Marmeladenglas

Kaum zu glauben, aber meine stattliche Pilea peperomioides ist vor knapp zwei Jahren tatsächlich in einem Mini-Marmeladenglas zu mir gekommen. Via Instagram habe ich mich am Kölner Südbahnhof mit Anna alias pilea.pilea zur geheimen Setzling-Übergabe verabredet und bin seitdem stolze Pilea-Mama. Mittlerweile hat sich das zarte Pflänzchen zu einer prächtigen Mutterpflanze entwickelt und schon viele Babys bekommen, die nun bei meinen Freunden und Verwandten aufwachsen.

Es gibt ganz viele süße Namen, die sich alle auf die runde Blattform der Pflanze beziehen: Glückstaler, Chinesischer Geldbaum, Elefantenohr, Ufopflanze, Missionarspflanze und Bauchnabelpflanze. Alles sehr passend, wie ich finde. Trotzdem heißt meine schlicht und einfach Pilea. Aufgrund ihrer glänzend-ledrigen Blätter ist sie sehr genügsam, was das Gießen angeht. Auch wenn sie mal eine Woche kein Wasser bekommt, nimmt sie mir das nicht übel. Dass sie Durst hat, erkennt man daran, dass sie die „Arme“ runter hängen lässt.

Die Ableger der Pilea wachsen übrigens direkt an ihrem Stamm aus der Erde nach oben. Wenn sie ein paar Blättchen haben, schneide ich sie mit einem sauberen Messer ab und stelle sie ins Wasser. Nach wenigen Tagen bilden sie kleine Wurzeln und können eingepflanzt werden. Umkomplizierter gehts nicht! Auch aktuell bahnen sich wieder viele neue Ableger ihren Weg nach oben. Wer Interesse hat, kann mir gerne schreiben.

Zimmerpflanzen Pilea peperomioides

Nun noch ein bisschen botanisches Hintergrundwissen – ihr wollt ja schließlich auch was lernen: die Pilea peperomioides ist eine in China beheimatete Pflanzenart aus der Gattung der Kanonierblumen (Pilea). Diese Bezeichnung bezieht sich auf eine besondere Eigenheit der Pflanze: Gegen Ende der Blütezeit springen ihre reifen Staubgefäße fast explosionsartig auf und schleudern ihren Blütenstaub von sich, der dann für kurze Zeit wie eine Wolke über ihr schwebt. Man spricht daher auch von Schleuderblumen oder Artilleriepflanzen. Meine Pilea hat bisher keine Blüten ausgebildet, worüber ich aber nicht traurig bin, denn wirklich schön sind die Blüten nicht. Ihren Namenszusatz peperomioides hat die Pilea aufgrund ihrer Ähnlichkeit zum Zierpfeffer (Peperomia) erhalten.

Tillandsia ionantha & bulbosa

Zimmerpflanzen Tillandsia ionantha

Als ich zum ersten Mal Tillandsien bzw. Luftpflanzen gesehen habe, konnte ich kaum glauben, dass sie wirklich keine Erde brauchen. Wasser und Nährstoffe nimmt sie ausschließlich über die Luft durch spezielle Saugschuppen auf ihren Blättern auf. Sie sind auch der Grund dafür, dass die Oberfläche der Tillandsia eher grau statt grün aussieht. Wird es sonnig und warm, schließen sich diese Schuppen und schützen die Pflanze vor Verdunstung.

Tillandsien gehören zur Familie der Ananasgewächse (Bromeliaceen) und sind über ganz Süd- und Mittelamerika bis in den südlichen Teil von Nordamerika verbreitet. Dort wachsen sie als Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) sowohl auf abgestorbenen Baumteilen, Felsen und Sträuchern als auch an Telefondrähten, auf Dächern oder Mauern. Sieht bestimmt lustig aus, wenn man durch die Stadt läuft und in den entlegensten Ecken auf einmal diese grauen Teile rumlungern. 😀

Bei guter Pflege bilden Tillandsien ab einem Alter von einigen Jahren hübsche, lilafarbene Blüten, die sich dadurch ankündigen, dass sich die vorderen Blätter rötlich verfärben. Zudem bilden sie Ableger („Kindl“), die man von der Mutterpflanze abnehmen kann, sobald sie ca. halb so groß wie diese sind. Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, hat meine Tillandsie auch schon ein Kindl bekommen. Ich habe es ihr allerdings schon „entrissen“ als es gerade mal 2 cm klein war. Hat ihm aber offensichtlich nicht geschadet. Nun schaukelt es zusammen mit Mama im Himmeli herum.

Zimmerpflanzen Luftpflanzen pflegen

Wie schon erwähnt, ist die Tillandsia eine epiphytische Pflanze, die Wasser nur über ihre auf den Blätter befindlichen Schuppen aufnimmt. Sie wird daher nicht gegossen, sondern muß bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit gehalten werden. Da es in meinem Badezimmer zu dunkel ist, sorge ich bestenfalls einmal pro Woche (aber meistens weniger, weil ich es vergesse) für „manuelle“ Bewässerung (siehe GIF). Das Wasser muss sehr weich sein, d.h. kaum Kalk enthalten. Enthält es zu viel Kalk, verstopfen die Schuppen und die Pflanze vertrocknet trotz regelmäßiger äußerlicher Wasserzufuhr. In Bonn ist das Leitungswasser zwar weich, ich koche es aber trotzdem ab und fülle es abgekühlt in die Sprühflasche, um kein Verstopfungsrisiko einzugehen.

Avocado

Zimmerpflanzen Avocado

Auf meine Avocadopflanze bin ich besonders stolz. Der Grund dafür ist ganz einfach: Ich habe sie vor etwa zwei Jahren selbst aus einem Avocadokern gezogen.
Seitdem hat sie sich mal mehr, mal weniger gut entwickelt. Von braunen Blatträndern (zu viel Wasser) über Schildläuse bis hin zu Trauermücken (im Winter eine echte Plage) – sie musste schon einiges mitmachen. Nun geht es ihr aber wieder gut, was sie mit frisch austreibenden Blättern an der Spitze beweist.

Die Persea, so ihr botanischer Name, gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) und wird in ihrer Heimat Mittelamerika schon seit über 10.000 Jahren kultiviert. Wenn man die Blätter der Avocado mit Lorbeerblättern vergleicht, fällt tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit auf.

Ab einem Alter von sechs bis zehn Jahren ist es möglich, dass die Avocado kleine, grün-weiße Blüten entwickelt. Leider ist die Chance, dass sich daraus Früchte entwickeln, in unseren Breitengraden sehr gering. Zum einen, weil selbst gezogene Avocadopflanzen meist nicht groß genug werden, um Früchte anzusetzen, zum anderen weil unser Sommer zu kurz und auch nicht warm genug ist. Das größte Hindernis ist jedoch die komplizierte Bestäubung der Blüten, denn als Zwitter benötigt die Avocado andere Bäume zur Befruchtung. Leider bedeutet das für mich: Ich werde niemals Früchte ernten können. Übrigens: Aus botanischer Sicht ist die birnenförmige, ovale oder runde Avocado (das kommt auf die Sorte an) eine Beere und damit Obst und kein Gemüse. 😉

So, jetzt habt ihr allerhand interessantes und vielleicht auch unnützes Wissen über meine liebsten Zimmerpflanzen erhalten. Wenn ihr noch Fragen habt, lasst sie mir gerne zukommen – ich kann es kaum erwarten, mich noch tiefer in Pflanzenthemen reinzufressen.
Und jetzt bitte nochmal alle für ein Gruppenfoto lächeln.

Zimmerpflanzen Gruppe 1

Wer sich weniger für die Pflanzen als für meine Kleidung interessiert: Der wunderschöne „Les FLEURS“-Pulli ist von Weekday (leider ausverkauft) und die karierte Hose von H&M.

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